Die Bay City Rollers und ihre Plattenlabels: Bell und Arista
Von den frühen Hits bei Bell Records bis zur US-Vermarktung über Arista: Wie die Plattenlabels die Karriere der Bay City Rollers prägten und worum der spätere Streit ging.
Hinter den großen Hits der Bay City Rollers standen Plattenlabels, die ihre Karriere entscheidend prägten. Die Geschichte der Band lässt sich auch als Geschichte ihrer Veröffentlichungen und der Firmen erzählen, die sie auf den Markt brachten.
Der Start bei Bell Records
Die frühe Phase der Bay City Rollers ist eng mit Bell Records verbunden. Bei diesem Label erschienen ab 1971 die ersten Hits, darunter “Keep On Dancing”, die erste erfolgreiche Single der Band, die noch in der Ära des Sängers Nobby Clark entstand. Mehr über diese Veröffentlichung lesen Sie in unserem Beitrag zur ersten Single “Keep On Dancing”.
In den Jahren der Rollermania zwischen 1974 und 1976 folgten bei Bell die größten britischen Erfolge. Singles wie “Shang-A-Lang”, “Bye Bye Baby” und “Give a Little Love” stürmten die Charts und machten die Band zu einem nationalen Phänomen im Vereinigten Königreich. Bell Records war damit das Label, das die Band in ihrer wichtigsten kommerziellen Phase begleitete.
Arista und der US-Markt
Für die internationale, insbesondere die US-amerikanische Vermarktung spielte Arista eine zentrale Rolle. Über dieses Label gelang den Bay City Rollers der Sprung über den Atlantik. Bemerkenswert ist dabei die Geschichte von “Saturday Night”. Die ursprüngliche Version war 1973 in Großbritannien gefloppt, doch eine neu aufgenommene Fassung mit Les McKeown wurde gezielt in den USA ausgekoppelt und erreichte dort Anfang 1976 Platz eins der Charts. Es blieb der einzige US-Nummer-eins-Hit der Band.
Die Zusammenarbeit mit Arista zeigt, wie unterschiedlich die Märkte funktionierten. Während Bell vor allem den britischen Erfolg trug, öffnete Arista das Tor zum amerikanischen Publikum. Diese Doppelstrategie war typisch für international agierende Pop-Acts der 1970er-Jahre.
Aus Erfolg wird Streit
So glänzend die kommerzielle Bilanz wirkte, so konfliktreich wurde die finanzielle Aufarbeitung. Über Jahrzehnte sahen sich viele ehemalige Mitglieder um die Tantiemen aus ihrer erfolgreichsten Zeit gebracht. Sechs ehemalige Mitglieder klagten schließlich gegen das Label und dessen Nachfolger. 2016 endete dieser Streit mit einem Vergleich, bei dem Sony nach Berichten rund 3,5 Millionen US-Dollar zahlte. Diese Auseinandersetzung gehört zu den prägenden Kontroversen der Band und wird in unserem Beitrag über Skandale und Kontroversen näher beleuchtet.
Für Sammlerinnen und Sammler sind die Veröffentlichungen jener Jahre bis heute interessant. Viele Originalalben und Best-of-Zusammenstellungen sind als Wiederveröffentlichungen erhältlich. Einen Überblick über lohnende Tonträger bietet unsere Übersicht der besten Bay-City-Rollers-CDs.
Häufige Fragen
Bei welchem Label erschienen die ersten Hits der Bay City Rollers?
Die frühen Hits ab 1971, darunter 'Keep On Dancing', erschienen bei Bell Records.
Welches Label vermarktete die Band in den USA?
Für den US-Markt war vor allem Arista zuständig, wo unter anderem 'Saturday Night' zum US-Nummer-eins-Hit wurde.
Gab es Streit mit den Labels?
Ja, sechs ehemalige Mitglieder klagten um Tantiemen. 2016 zahlte Sony nach einem Vergleich Berichten zufolge rund 3,5 Millionen US-Dollar.